2027 jährt sich zum 25. Mal, dass die Städtische Galerie Würzburg ihr heutiges Quartier im Alten Hafen bezog und als Museum im Kulturspeicher neu eröffnet wurde. Dieser runde Geburtstag soll natürlich gebührend gefeiert werden. Daher steht das gesamte Jahr im Zeichen des Jubiläums. Der ehemalige Getreidespeicher am Alten Hafen war von 1996 bis 2002 von Brückner & Brückner Architekten umgebaut worden und wurde – auch dankgroßen ehrenamtlichen Engagements, beispielsweise des Freundeskreis Kulturspeicher Würzburg .e.V. – zum Kulturspeicher. Mit dem Einzug erhielt die Städtische Galerie einen neuen Namen: Museum im Kulturspeicher, heute kurz MiK.
Als glückliche Fügung erwies sich, dass Peter C. Ruppert und seine Frau Rosemarie in den 1990er-Jahren auf der Suche nach einer dauerhaften Unterbringung für ihre außergewöhnliche Privatsammlung zur Konkreten Kunst waren. Auch Würzburg gehörte zur engeren Wahl des Ehepaars. Die Möglichkeit, die Werke im neuen Kulturspeicher dauerhaft öffentlich zu präsentieren, überzeugte. Zur Eröffnung im Jahr 2002 überließen die Rupperts ihre Sammlung dem MiK als Dauerleihgabe. Mittlerweile umfasst sie mehr als 300 Objekte.
Das MiK sammelt, präsentiert, vermittelt und erforscht Kunst vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Auf rund 3.500 Quadratmetern über drei Ebenen und in zwölf Ausstellungsräumen lässt sich Kunst in einer eindrucksvollen und vielfachausgezeichneten Architektur erkunden und erleben, die historische Bausubstanz und zeitgenössische Gestaltung miteinander verbindet. Schwerpunkte der Städtischen Sammlung sind der deutsche Impressionismus sowie die bedeutenden Werkgruppen der Künstlerinnen Emy Roeder und Gertraud Rostosky. In der Privatsammlung „Peter C. Ruppert“ liegt der Fokus auf Konkreter Kunst in Europa nach 1945, aktuell mit Schwerpunkten zu Pariser und Zürcher Netzwerken, Relief-Werken, Lichtinstallationen und Konkreter Fotografie.
Im und um den Kulturspeicher am Alten Hafen hat sich im Laufe der Jahre ein vielfältiger „Kulturhafen“ entwickelt, in dem nicht nur ein Museum, sondern zahlreiche weitere Kulturinstitutionen ein Zuhause fanden: zunächst das Kabaretttheater Bockshorn, heute das Hafentheater Chambinzky; der Tanzspeicher, in dem zeitgenössischer Tanz stattfand; das inklusive Theater Augenblick, das Schauspieler*innen mit und ohne Beeinträchtigungen auf die Bühne bringt; so wieder Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Unterfranken, der in seiner Galerie Positionen seiner Mitglieder präsentiert. Mit dem Künstlerhausund der gut ausgestatteten Druckwerkstatt entstanden wichtige Räume für die Herstellung hochwertiger künstlerischer Druckgrafik. Direkt gegenüber des Kulturspeichers, im Becken des Alten Hafens, hat zudem die Arte Noah, das Galerieschiff des Kunstverein Würzburg e.V., angelegt. Auch das Museumscafé wurde im Laufe der Jahre von Lumen, MS Zufriedenheit und Alter Ego mit unterschiedlichen gastronomischen Konzepten bespielt.
Für das Jubiläumsjahr 2027 sind zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen in Planung. Dabei soll es nicht den einen zentralen Festakt geben. Vielmehr wird das gesamte Jahr – in enger Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Kulturspeicher Würzburg e. V. – jubiliert werden. Die anstehenden Ausstellungen, ihre Eröffnungen und fest etablierten Museumsevents wie das Kinderkulturfest am Sonntag, 25. Juli 2027, die Lange Kulturspeichernacht am Samstag, 23. Oktober 2027 oder der Würzburger Druckgrafikmarkt am Sonntag, 6. Dezember 2027, sind jeweils als Teil des Festreigens. Auch im und um den Kulturspeicher sowie in der Stadt selbst wird der Geburtstag sichtbar sein und zusätzliche Aufmerksamkeit für diesen besonderen Würzburger Kulturort schaffen.