Was ist ein „wahres Bild“ – und was kann ein Bild bewahren, wenn Herkunft und familiäre Zusammenhänge brüchig werden?
Ausgangspunkt des Abends ist der theologische Gedanke der vera icon, des „wahren Bildes“, sowie das Mandylion, jenes nicht von Menschenhand geschaffene Bild Christi, das in der Ikonentradition für Nähe, Gegenwart und Wahrheit steht. Diese frühen Bildkonzepte werfen grundlegende Fragen auf: Wie wird Wahrheit im Bild sichtbar – und welches Bild von Beziehung, Gott und Präsenz tragen wir heute in uns?
Diesen Überlegungen werden die Arbeiten von Jürgen Hochmuth gegenübergestellt. In seinen Skulpturen und der Werkreihe „Vaterhaus“ untersucht er das Motiv des Vaters und väterlicher Strukturen als bildhafte Träger von Bedeutung und Wahrheit. Seine Arbeiten fragen danach, wie sich Herkunft, Autorität und Beziehung in Formen verdichten – und wie Bilder zu Orten werden können, an denen Abwesendes dennoch gegenwärtig ist.
Im dialogischen Kunstgespräch treten Ikonen und zeitgenössische Kunst in ein Spannungsfeld zwischen religiöser Bildtradition und persönlicher Erfahrung. Im Mittelpunkt steht die gemeinsame Wahrnehmung dessen, was Bilder auslösen und warum sie berühren.
Der Abend lädt zum Zuhören, Mitdenken und Austausch ein und richtet sich an alle Interessierten – unabhängig von Vorkenntnissen.