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Kuratorenführung durch die Sonderausstellung "Herbert Zangs und Hubert Berke"

Datum: 17.01.26

Zeit: 14:00 Uhr

Maren Jensen zeichnet die biografischen und künstlerischen Spuren dieses Ausnahmekünstlers nach und eröffnet Einblicke in seine Arbeitsweise.

Herbert Zangs (1924 – 2003) zählt zu den außergewöhnlichsten und eigenwilligsten Künstlerpersönlichkeiten der deutschen Avantgarde nach 1945. Dennoch blieb ihm die gebührende Aufmerksamkeit in der kunsthistorischen Rezeption bislang weitgehendverwehrt. Bereits ab den frühen 1950er-Jahren entwickelte er ein vielgestaltiges Oeuvre, das zwischen Informel, Monochromie, Objektkunst und Konzeptkunst changiert. Seine künstlerischen Mittel reichten von Collagen über Materialassemblagen bis hin zu bearbeiteten Fundobjekten. Mit seinen „Verweißungen“ von Fundstücken und Dingen des Alltags sprengte Zangs die Grenzen der abstrakten und informellen Kunst. Trotz einer gewissen Nähe zur ZERO-Bewegung sah sich Zangs stärker der Gruppe der „Nouveaux Réalistes“ Frankreichs verbunden. Werkgruppen wie die „Faltungen“, „Pinselabwicklungen“, „Scheibenwischerbilder“, „Blasenbilder“ oder seine „Anti-Bücher“, mit denen er 1977 auf der documenta 6 vertreten war, bezeugen sein konsequentes Arbeiten an der Erweiterung des Bildbegriffs. Durch sein lebenslanges Streben nach neuen künstlerischen Ausdrucksformen und seine kompromisslose Experimentierfreude nimmt Zangs eine Pionierrolle innerhalb der der deutschen Kunst nach 1945 ein. Mit seinem radikalen Denken und Schaffen wurde er zum Wegbereiter für nachfolgende Künstlergenerationen, die seine Grenzverschiebungen und den offenen Werkbegriff aufnahmen und weiterentwickelten.

In der Ausstellung tritt das Werk von Herbert Zangs in einen spannungsvollen Dialog mit ausgewählten objekthaften Arbeiten von Hubert Berke (1908 – 1979). Berkes Beitrag zur informellen Malerei wurde bereits 2021 umfassend mit einer Einzelausstellung in der Kunsthalle Schweinfurt gewürdigt. Mit seinen Skulpturen und Assemblagen entwickelte Berke nach und nach ein ganz eigenes subversives, oft humorvolles Vokabular. Durch die Kombinationen von Schrottteilen, Werkzeugresten und Fundobjekten ergeben sich skurrile, bewegte Installationen mit gesellschaftskritischem Unterton. Seine fantasievollen Figurinen – Göttinnen, Gespenster, tierähnliche Wesen – eröffnen eine spielerische, fast märchenhafte Dimension innerhalb des Informellen.

Die Präsentation lädt dazu ein, die scheinbaren Gegensätze von Überschuss und Reduktion, Konzept und Improvisation, Ernst und Ironie als produktive Spannungsfelder innerhalb der deutschen Nachkriegskunst zu begreifen – und die Realität als etwas Fantastisches zu erleben.

Info: 09721 514744 Weitere Informationen

Eintrittspreise

10,- €

inkl. Eintritt, Führung und Weintasting