Sonderausstellung im Innenhof des Knauf-Museums Iphofen vom 11. Oktober – 1. November 2026
Die ausgestellten Bäume stammen allesamt aus der Sammlung der Wiesentheider Bonsaigestalters und Bonsailehrers Martin Skorepa. Die Leidenschaft für Bonsai wurde bei im 1999 geweckt, als er zum ersten Mal einen Bonsai bei einem Gärtner genauer betrachtete. Fasziniert kaufte er sich kurz darauf seine ersten Bäume. Tipps erhielt er zunächst von Bekannten, später erweiterte er sein Wissen durch Fachliteratur, besuchte zahlreiche Ausstellungen und kam mit Fachleuten ins Gespräch. Beim Besuch einer Ausstellung im Bonsaimuseum Heidelberg lernte er den Bonsailehrer Udo Fischer kennen und besuchte bei ihm seine ersten Kurse in der Bonsaikunst. Es folgen viele Lehrgänge im In- und Ausland und auch Reisen nach Japan.
Die Bonsai-Kunst, eine jahrhundertealte Tradition, fasziniert durch ihre einzigartige Verbindung von Natur und menschlicher Kreativität. In der Ausstellung „Bonsai – Kunst und Perfektion im Kleinen“ werden Besucher in die Welt dieser Miniaturbäume entführt, die nicht nur ästhetische Meisterwerke, sondern auch Symbole für Geduld, Hingabe und Harmonie sind. Im Gegensatz zu anderen Kunstwerken sind Bonsai lebendige Kunstwerke, die niemals fertig sind. Da sie lebendige Natur sind, verändern sie sich ständig. Als Teil der Natur unterliegen sie den Grenzen von Werden und Wachsen. Der Ursprung der Bonsai-Kunst liegt in der chinesischen Kultur und reicht weit vor die christliche Zeitrechnung zurück. In der sogenannten Han-Dynastie (ca. 221–206 v. Chr.) begannen chinesische Landschaftsgärtner, Landschaften im „Kleinen“ nachzubilden.
Buddhistische Mönche brachten die Kunst der Bonsai im 10./11. Jahrhundert nach Japan. Dort entwickelte der japanische Adel, die Samurai, diese kleinen Bäume zu einer eigenen japanischen Bonsaikultur. Europäer begegneten der Besonderheit Bonsai wahrscheinlich erstmals auf der Pariser Weltausstellung.
In Deutschland sprach Sachsens Kurfürst August der Starke zum Ende des 17. Jh. als Erster von den kleinwüchsigen Schönheiten – er liebte sie, wie alles, was aus Ostasien kam. Leider lernte er sie nie persönlich kennen.
Der findige Gärtner Godwin Bökel war der erste Deutsche, der sich ab 1847 mit den Liliputpflanzen in Hamburg ernsthaft beschäftige. Bökel schaffte es schließlich, auf Grundlage von Beschreibungen einige der Zwergbäume zu züchten und zu gestalten. 1907 anlässlich der III. Internationalen Gartenbauausstellung, gab es in Dresden die erste große Präsentation von Bonsai in Deutschland.
Die Ausstellung im Innenhof des Knauf-Museums Iphofen lädt dazu ein, die Ruhe und Schönheit der Bonsai-Kunst zu erleben und sich von der Perfektion im Kleinen inspirieren zu lassen sowie mehr über die Geschichte der Bonsais und die Kunst der Gestaltung zu erfahren. Ein Muss für Kunstliebhaber, Naturliebhaber und alle, die die Verbindung von Tradition und Innovation schätzen.
Martin Skorepa wird im Rahmen der Sonntagsführung im Knauf-Museum Iphofen am 18. und 25. Oktober 2026 um 10.30 Uhr jeweils Führungen anbieten und bei Fragen von interessierten Besuchern zur Verfügung stehen.
Über das Knauf-Museum Iphofen
Ende der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts begann der Gips-Fabrikant und Kunstmäzen Dr. Alfons N. Knauf mit dem Umbau eines prächtigen Iphöfer Barockbaus von 1688 zu einem privaten Museum. Dr. Knauf, den die Erforschung der Materie Gips zeitlebens faszinierte, bereiste gemeinsam mit seinem Bruder Karl Knauf zehn Jahre lang die bedeutenden Museen der Welt und trug Gipsabgüsse ihrer exklusivsten Exponate zusammen. Heute präsentiert das Knauf-Museum Iphofen über 200 Repliken der renommierten Museumsstücke aus aller Welt. Seit der Eröffnung am 30. Juni 1983 können Besucher hier Relief-Sammlungen aus den großen Kultur-Epochen der Menschheit bestaunen, die bis ins Jahr 3.500 v. Chr. zurückreichen. Neben der Dauerausstellung entwickelt das Knauf-Museum Iphofen regelmäßig exklusive und einzigartige Sonderausstellungen in Eigenregie. Dabei kooperiert das Museum mit zahlreichen international angesehen Kunstmuseen.
