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Zwischen Barockfass und Blickfang - Würzburgs Weinkultur genießen

Ob Familien- oder Großbetrieb, ob barockes Gewölbe oder kühne Fassade: In Würzburg beeindrucken nicht nur die Weine, sondern auch die Räume, in denen sie produziert und verkauft werden.

Der berühmteste Weinkeller Würzburgs ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Würzburger Residenz. Dessen Baumeister Balthasar Neumann war 1719 vom Fürstbischof beauftragt worden, doch bitte auch an einen adäquaten Weinkeller zu denken. Dies gelang ihm: Besonders die riesigen Beamtenweinfässer sind eine beeindruckende Kulisse für Führungen, Weinproben oder andere Veranstaltungen. Vor einigen Jahren wurden die historischen Keller modernisiert. „Damals haben wir uns gefragt, wie wir sie mit der Gegenwart verbinden und gleichzeitig für den Veranstaltungsbetrieb flexibler und funktionaler gestalten können“, sagt Weingutsdirektor Thilo Heuft. Heute zeigen ein modernes Lichtkonzept und gülden funkelnde, aber funktionale Wandverkleidungen, wie gut sich Alt und Neu verbinden lassen. Heuft: „Dies bestätigt uns auch die Rückmeldung unserer Gäste.“

Weinverkauf

Zum Juliusspital gehören ebenfalls ein beeindruckender historischer Holzfass-Weinkeller – aber auch vielfältige soziale Einrichtungen wie ein Krankenhaus und ein Seniorenstift. Denn das Weingut Juliusspital ist mit seinen180 Hektar Rebfläche nicht nur das zweitgrößte Weingut Deutschlands und das größte Silvanerweingut der Welt, sondern seit Gründung vor 450 Jahren auch Teil der Stiftung Juliusspital. Die neue Vinothek, 2024 eröffnet, befindet sich in der historischen Zehntscheune auf dem Stiftungsgelände in der Würzburger Innenstadt. Mit dem angrenzenden, neu geschaffenen Weingarten vereint sie Genuss, Beratung und Events in einem architektonisch aufgewerteten Ensemble –ganz im Sinne des Juliusspitaldreiklangs „Silvaner.Heimat.Liebe“.

Weinkeller Weingut am Stein

Das Weingut am Stein, geführt von Familie Knoll in der fünften Generation, kommt ganz anders und aufregend modern daher. Die Fassade des „Weinwerks“, der seit 2015 bestehenden Vinothek, greift mit grünem Glas und vertikalen Eichenholzbalken die umliegenden Weinberge auf. Das Highlight: der Blick durch ein Oberlicht nach unten in die Erweiterung des Weinkellers, minimalistisch mit Sichtbeton, Glas, Lehm und Eichenholz ausgeführt. Besonders auffällig sind sieben Betoneier, die jeweils bis zu 1.700 Liter fassen und perfekte Bedingungen für den Ausbau besonders mineralischer Weine bieten. „Ein achtsamer Umgang mit der Natur ist uns wichtig“, sagt Ludwig Knoll. „Die Architektur unseres Weinguts spiegelt diese Philosophie und den biologisch-dynamischen Anbau unserer Weine wider. Ich bin davon überzeugt, dass gute Architektur nicht nur Ästhetik im natürlichen Umfeld schafft, sondern auch Vitalität und Harmonie in der Weinwerdung unterstützt. Erst die Kombination ergibt die ganze Freude am Genuss.“ Will heißen: Ein Besuch in den Weinkellern und Vinotheken Würzburgs ist ein eindrucksvolles Erlebnis aus Geschichte und Genuss, Architektur und Lebensart.

Kontakt: www.wuerzburg.de/gaeste, www.wuerzburg.de/weingenuss