Im Untergeschoss der Schweinfurter Kunsthalle hängt ein textiles Kunstwerk namens „Au fil de la vie“ und begrüßt dort jeden Vorübergehenden mit seinen feinen, langsamen Bewegungen. Heidrun Schimmels „Lebensfaden“, so der Titel auf Deutsch, besteht aus dem äußerst leichten Seidenstoff Organza und aus Baumwollgarn und ist das Lieblingsstück der Ausstellungsmacherinnen Dr. Julia Weimar und Dr. Barbara Kahle. Beide kuratieren die Schau „Fäden. Textiles in der zeitgenössischen Kunst“, die 2026 in der Kunsthalle Schweinfurt zu erleben ist.
Ursprünglich hatte das Museum im früheren Hallenbad eine Einzelausstellung von Heidrun Schimmel im Sinn. Denn die gewann 2024 den ersten Preis der Triennale für zeitgenössische Kunst in Franken. „Doch die Künstlerin, die heuer 85 Jahre wird“, so berichtet Julia Weimar, „wollte lieber im Kreis von Kolleginnen und Kollegen erscheinen, die ähnliche Techniken wie sie anwenden. Da wird gestickt, gewebt, getuftet – und es werden die vielfältigen Möglichkeiten des Fadens ausgelotet.“

