Darüber hinaus gibt es weitere Ausstellungen, nämlich eine kurz, verständlich, aber auch tiefgreifend gefasste Dorfgeschichte mit Exponaten aus mehreren Jahrtausenden, eine Einführung in den Weinbau und eine Übersicht über traditionelles Handwerk. Die Exponate – und die sie umgebenden historischen Häuser – machen deutlich, wie das Leben und Arbeiten in einem fränkischen Dorf viele Jahrhunderte lang funktionierte. Jedes Gebäude erzählt seine eigene Geschichte, die zugleich Teil der Dorfgeschichte ist.
KIBU - Das kompakteste Freilandmuseum in Bayern
In Franken sind viele Kirchenburgen erhalten: Gotteshäuser, befestigt als irdische Fluchtstätten. Die Trutzbauten rings um die evangelische St. Bonifatius in Mönchsondheim enthalten eine Museums-abteilung nur über diesen Architekturtypus.
Denn das Freilandmuseum Kirchenburg Mönchsondheim umfasst nicht nur das eingangsbeschriebene Kernensemble, sondern neun Nachbarhäuser, die mit ihren Schaustücken und Infotafeln ebenfalls einen Besuch wert sind. Ein Ein-Klassen-Schulhaus wurde liebevoll hergerichtet. Es gibt das Rathaus mit Posthilfsstelle und die Gemeindebäckerei mit Holzbackofen, in dem alle Mönchsondheimer ihr Brot backen konnten. Ein großer Bauernhof mit Gasthaus gehört ebenfalls dazu, angrenzend ein äußerst bescheidenes Kleinbauernhaus. Und all diese Musterbeispiele stehen genau dort, wo sie vor Jahrhunderten errichtet wurden. Das ist nicht in jedem Freilandmuseum so; das Prinzip der Originalbauten an Originalstätten hat sogar einen Fachbegriff: In-Situ-Museum.
Weil sich um die Kirchenburg nun lauter Nachbarhäuser zum Museum geschart haben, ist das Mönchsondheimer zugleich das kompakteste Freilandmuseum Bayerns. Trotz der kurzen Wege: Wenn man alles sehen und die meisten Texttafeln lesen möchte, sollte man sich 2 Stunden Zeit nehmen. 1-stündigeThemenführungen finden an zwei Sonntagen im Monat statt.
Besonders gut erleben lässt sich all das beim jährlichen Familienfest am ersten Sonntag im Mai. Das hatte 2026 das Motto „Von Kaufleutenund Königskunden“, macht das Museum zum „kunterbunten Marktplatz“ und schließt an das Thema der Sonderausstellung an: „Gekauft! Unterfranken handelt“ erzählt die ganze Saison lang vom Main als Transportweg, von Kolonialwaren, Marktfrauen und vielem anderen. Eine zweite große Feier ist das Herbstfest, das freilich eine schweißtreibende Seite hat: Helfer demonstrieren an jedem ersten Oktobersonntag die Erntearbeitfrüherer Zeiten: Es wird gedroschen, gekeltert, gebuttert und Kraut gehobelt.
Kontakt: Freilandmuseum Kirchenburg Mönchsondheim, An der Kirchenburg 5, 97346 Iphofen-Mönchsondheim, Tel. 09326/9799590, www.kirchenburgmuseum.de


