Deutschordensmuseum

Das Schloss von Mergentheim war von 1527 bis 1809 Residenz der Hoch- und Deutschmeister des Deutschen Ordens. 1996 wurde hier das Deutschordensmuseum auf rund 3000 qm Fläche neu eröffnet. Mit Kunstwerken, Modellen, Objekten und Texten wird die Geschichte des Deutschen Ordens von den Anfängen 1190 bis heute, sein Wirken im Heiligen Land, in Preußen und im Heiligen Römischen Reich anschaulich dargestellt.

deutschordensschloss Bad Mergentheim/Foto: Andi Schmid

Einen Eindruck der einstigen Deutschordensherrlichkeit erhält man in den fürstlichen Räumen des Schlosses. Von der bewegten Baugeschichte des Schlosses zeugen aus der Renaissance die Berwarttreppe und die Säulenhalle, vom Rokoko das Götterzimmer und die Neue Fürstenwohnung, vom Klassizismus der Kapitelsaal und die Hauptstiege. Juwel der Residenz ist die Schlosskirche, zu deren Bau bedeutende Künstler wie Balthasar Neumann und François de Cuvilliès beitrugen.

Die Geschichte Bad Mergentheims wird von der Zeit als fränkische Siedlung bis zur Kurstadt gezeigt. Daneben findet sich eine Ausstellung bestehend aus mittelalterlicher Skulptur und Tafelmalerei, Exotica, Fayencen, Alabaster- und Marmorreliefs der Renaissance und des Barock, kostbaren Kleinmöbeln, Kunsthandwerk und Curiosa von Freiherr Carl Joseph von Adelsheim, sowie eine Sammlung von 40 Puppenküchen, -stuben und -häusern sowie Kaufläden (19./20. Jhdt.) im Schloss. In der Abteilung der Stadtgeschichte befindet sich das Mörike-Kabinett. Es widmet sich u.a. dem siebenjährigen Aufenthalt des schwäbischen Dichters.

Im Mai 2015 wurde eine komplett neue Abteilung zu „Vor 4.500 Jahren. Im Taubertal zuhause“ eröffnet, konzipiert, gestaltet und finanziert vom Verein Deutschordensmuseum e. V.

Das Museum hat „Leichen im Keller" in zwei mittelalterlichen Gewölbekellern des Schlosses – verspricht interessante und hochaktuelle Blicke auf die hiesigen Lebensbedingungen der Menschen in der späten Jungsteinzeit. Das Taubertal weist zum einen die höchste Funddichte aus der Zeit der Schnurkeramik im gesamten süddeutschen Raum auf, gleichzeitig gibt es für den Übergang zur Bronzezeit im Taubertal bisher nur einen einzigen Metallfund; beides wird nun in der neuen Abteilung angemessen präsentiert. Hat die Tauberregion wegen ihrer zahlreichen Fundorte aus der Zeit der Schnurkeramik bisher nur bei Archäologen eine herausragende Bedeutung erfahren, so kann ab sofort jeder Museumsbesucher das „liebliche Taubertal“ auch von seiner prähistorischen Seite kennenlernen. Ausstellungshöhepunkt ist das vor 75 Jahren in Althausen entdeckte Hockergrab (um 2.500 v. Chr.) mit vier menschlichen Skeletten, das hier seinen endgültigen Ruheplatz gefunden hat.

Foto: Andi Schmid


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