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Mit Burnout in die Gletscherwelt

Datum: 30.07.24

Zeit: 19:00 bis 20:30 Uhr

„Fahren Sie mal in die Berge – das ist gut für Leute wie Sie!“ Den Ratschlag seiner Hausärztin, sich eine berufliche Auszeit zu nehmen, hat Bernd G. Schmitz beherzigt. Ein Jahr später - nach einer langen Reha und dem vergeblichen Versuch, wieder in seinen Beruf einzusteigen - gab er seinen stressigen Job als Kunst- und Bildungsmanager endgültig auf.

Trotz des beruflichen Umbruchs ist Schmitz den Bergen – genauer: den Gletscherregionen in der Schweiz – bis heute treu geblieben, verbringt in fast jedem Sommer etliche Wochen in Graubünden, im Wallis und im Berner Oberland und hat dort bekannte und weniger bekannte Wanderrouten mit der Kamera für sich und andere neu entdeckt. Was ihm dabei besonders gut gefiel: Für die meisten der Touren muss man kein ausgebildeter Bergsteiger sein. Gutes Schuhwerk, Trittsicherheit und eine durchschnittliche Kondition reichen dafür völlig aus. Und fürs Biwakieren unter sternenklarem Himmel braucht es auch nicht viel mehr als einen warmen Schlafsack und eine isolierende Unterlage!

Mindestens so spannend wie die Naturerlebnisse waren für Bernd G. Schmitz die Begegnungen mit den Menschen in den Bergen: mit anderen Wanderern, mit den Wirtsleuten in den Hütten, mit Hubschrauberpiloten, die diese mit Material und Lebensmitteln versorgen. Besonders beeindruckt war Schmitz von dem seinerzeit bereits 80-jährigen Matthis Roffler, dem ältesten noch aktiven Bergführer im Oberengadin. Der nahm in mit auf  s e i n e n  Morteratsch-Gletscher. Als beide auf ein Stück vom Gletscher freigegebenes Metall stießen, erzählte Matthis die Geschichte des deutschen Piloten Ernst Udet, der einige Jahre vor dem 2. Weltkrieg unterhalb des Bernina-Gipfels Landungen auf dem Gletscher übte. Die letzte mißlang. Udeth blieb unverletzt, musste aber sein zerstörtes Flugzeug aufgeben.

Bild: Bernd G. Schmitz