St.Lioba-Kirche

St.-Lioba-Kirche, Klosterkirche des 1823 aufgelösten Franziskanerklosters, 1735 in barockem Stil wesentlich erweitert.

Liobakirche in Tauberbischofsheim

Die frühere Klosterkirche des 1629 gegründeten Franziskanerklosters trägt heute den Namen der heiligen Lioba. Die Kirche wurde 1650 gebaut und nach einigen Veränderungen 1753 fertiggestellt. Der wichtigste Umbau war die Verlegung des Eingangs zur Marktseite, um die Bedeutung der Kirche hervorzuheben. Über dem Altar befindet sich ein Gemälde, das obere Altarbild, des Fuldaer Hofmalers Herrlein, dessen Oheim zu dieser Zeit Guardian des Klosters gewesen ist. Neben den Barockbeichtstühlen sind die Deckenfresken und das Hochaltarbild sehenswert. Sie wurden durch den Tauberbischofsheimer Maler Stein 1757 geschaffen. Das angebaute Kloster wurde 1823 aufgehoben. Nach Verwendung für verschiedene Schulen dient es heute der Stadtverwaltung für ihre Büros.

1968 wurden bei der Restaurierung der Liobakirche (veranlasst durch den Dekan Ludwig Mönch) Grabungen durchgeführt. Die Funde ergaben Mauerreste einer früheren Ost-West-Kirche aus vermutlich karolingische Zeit. Unter der Orgelempore wurden Gräber gefunden. Evtl. war hier das Liobakloster? In der Klosterkirche der Franziskaner ließen sich adlige Wohltäter beerdigen, z. B. 1637 der Kath. Echter von Mespelbrunn. Die Klosterkirche der Franziskaner, die sich 1629 in Tauberbischofsheim niederließen, hatte früher den Namen Elisabethkapelle. Durch Übertragung von Lioba-Reliquien von Fulda wurde ihr der Name St.-Lioba-Kirche gegeben. Sie wurde von 1722 bis 1753 erweitert. Die heilige Lioba ist mit Tauberbischofsheim sehr verbunden: Bischof Bonifatius gründete in Bischofsheim (heute Tauberbischofsheim) 735 ein Frauenkloster und setzte seine Verwandte Lioba als erste Äbtissin ein. Sie leitete die Klosterschule für Mädchen, speiste Arme und betreute Kranke. Aufgrund der vielen Wohltaten wurde Lioba schon zu dieser Zeit von den Bischofsheimer Einwohnern geschätzt und verehrt.

Heute wird die St.-Lioba-Kirche gerne für Trauungen gewählt.


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